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Hüftgelenksdysplasie bei Tieren. Ursachen, Prävention und Behandlung

Hüftdysplasie wird meist nur mit Deutschen Schäferhunden in Verbindung gebracht, aber auch bei vielen anderen großen Hunderassen wie Rotweilern, Neufundländern, Labradorhunden und anderen, die im Welpenalter intensiv wachsen, sind die rassetypischen Veranlagungen zu finden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass Fälle von Dysplasie bei kleinen Rassen (z.B. französischen Bulldoggen) und Mischlingen nicht vorkommen. Obwohl es selten erwähnt wird, haben auch Katzen mit dieser schmerzhaften Krankheit zu kämpfen. Sie ist besonders häufig bei Maine Coons, Devon Rex, Siam- und Himalaya-Katzen, Persern, Abessinier und Bengalkatzen. Wie können wir dann unser Haustier davor schützen, an Hüftdysplasie zu erkranken? Zunächst möchte ich kurz auf das Wesen dieser Krankheit eingehen.

 

Was ist Hüftdysplasie?

Dysplasie ist eine abnorme Entwicklung des Hüftgelenks während des Wachstums des Tieres. Die direkte Ursache der Erkrankung ist die Schwächung und Lockerung der Gelenkkapsel und die gestörte Stabilisierung von Bändern und Muskeln. Dies führt zu einer Fehlanpassung im Gelenk und zu einer Verschiebung des Oberschenkelkopfes gegenüber dem Becken. In den meisten Fällen besteht ein bilateraler Überhang oder eine Dislokation in den Hüftgelenken. Bei fehlender Behandlung kommt es zu einer chronischen Entzündung der Gelenke und ihrer allmählichen Degeneration. Mit der Zeit bemerken wir die Symptome, die aus den Schmerzen im Hüftbereich resultieren. Häufig handelt es sich um Lahmheit, Steifheit der Gliedmaßen, Probleme beim Aufstehen nach einer Zeit der Ruhe. Mit dem Fortschreiten der Krankheit bewegt sich der Hund immer weniger, und beim Laufen springt er wie ein Kaninchen an den Hinterläufen ab. Manchmal ist der Hund eindeutig ängstlich und signalisiert Schmerzen durch Quietschen, insbesondere beim Aufstehen.

 

Hunde großer Rassen sind viel anfälliger für Gelenkerkrankungen und Hüftdysplasie.

 

Was sind die Ursachen für Dysplasie?

Der Hauptgrund für die Entstehung dieser Krankheit ist die genetische Veranlagung, weshalb es so wichtig ist, Tiere, insbesondere Rassen mit Veranlagung, vor der Fortpflanzung zu untersuchen. Defekte Gene bedingen jedoch nicht unbedingt die Entwicklung der Krankheit. Es wird geschätzt, dass 30% durch Umweltfaktoren wie die Intensität der Bewegung während der Wachstumsperiode, Fettleibigkeit oder falsche Ernährung bedingt werden. Von den ersten Lebenswochen an ist die richtige Ernährung sehr wichtig. Komplettfutter von guter Qualität funktioniert am besten (bei großen und riesigen Rassen lohnt es sich, speziell für sie angepasste Mischungen zu verwenden). Es ist ein weit verbreiteter Irrtum zu glauben, dass selbst ein wertvolles Futter den gesamten Bedarf für eine gute Knochenentwicklung nicht abdeckt. In solchen Situationen ergänzen die Besitzer große Mengen von Präparaten mit hohem Kalziumgehalt. Dies beeinträchtigt die intensive Knochenentwicklung, während Muskeln und Bänder nicht in der Lage sind, dabei Schritt zu halten. Dies führt zu einer mangelhaften Stabilisierung der Hüftgelenke und wird somit zur Veranlagung für dysplastische Veränderungen. Ein weiterer Fehler ist es, unsere vierbeinigen Tiere  übermäßig zu füttern, was während der Wachstumsperiode besonders gefährlich ist. Übergewicht und Fettleibigkeit sind einer der häufigsten Faktoren, die die gemeinsame Entwicklung von Welpen und Kätzchen beeinflussen. Auch die Bewegungshäufigkeit sollte eher moderat sein. Denn intensive Bewegung, insbesondere bis zum Alter von 6 Monaten, ist wegen der Gefahr einer Überlastung der Gelenke nicht ratsam. Ein Welpe sollte viel laufen, aber vorzugsweise an der Leine. Ich rate dringend davon ab, während der Wachstumsperiode unserer Haustiere intensiv zu trainieren. Auch bei Katzen treten entsprechende Veranlagungen auf, insbesondere wenn sie Fettleibig sind oder ständig zu Hause bleiben.

 

Vorbeugung und Behandlung von Tierdysplasie

Wenn wir ein Tier der Rasse haben, bei der das Risiko einer Dysplasie besonders hoch ist, lohnt es sich, bereits im Alter von 3 Monaten ein prophylaktisches Hüftgelenkröntgen durchzuführen. Die Untersuchung sollte von einem qualifizierten Tierarzt durchgeführt werden, da ihre korrekte Durchführung eine der technisch schwierigsten ist und ich in meiner Praxis oft auf Diagnosen stoße, die auf Röntgenbildern beruhen, die für Diagnostik der Hüftdysplasie nicht geeignet sind. Je früher die Veränderungen erkannt werden, desto wirksamer können degenerative Veränderungen verhindert werden. Es ist zu bedenken, dass gerade in einem so jungen Alter kleine Veränderungen in einer klinischen Untersuchung noch völlig unentdeckbar sein können, während sie auf dem Röntgenbild möglicherweise bereits sichtbar sind. Je nach Ausmaß der festgestellten Veränderungen wird eine konservative Behandlung oder ein chirurgischer Eingriff empfohlen. Bei leichter Dysplasie wird empfohlen, den Körper schlank zu halten, zu Hause oder unter Mitwirkung eines Physiotherapeuten Sport zu treiben, eine Supplementation zur Erhöhung der Menge des Gelenksabstrichs vorzunehmen und gegebenenfalls Analgetika zu verabreichen, um den Lebenskomfort zu erhöhen. Die meisten dieser Methoden sind jedoch für Tiere mit so kleinen Veränderungen ausgelegt, dass sie keine klinischen Symptome hervorrufen. Ein chirurgischer Eingriff ist notwendig, wenn eine schwerere Hüftdysplasie diagnostiziert wird. Es gibt eine Reihe von Operationsmethoden, die die korrekte Positionierung des Hüftgelenks wesentlich unterstützen und die Entstehung degenerativer Veränderungen reduzieren. Die Wahl einer bestimmten Methode hängt weitgehend vom Alter des Hundes, dem Grad der Gelenkverrenkung und dem Schweregrad der Schädigung der Gelenkoberfläche ab. Jeder chirurgische Eingriff sollte von einem erfahrenen orthopädischen Chirurgen durchgeführt werden, damit die Behandlungsergebnisse so gut wie möglich sind und die Wahl der Operationsmethode für den jeweiligen Fall optimal ist.

 

Man sollte nicht vergessen, dass diese Krankheit nicht tödlich ist. Ihre schnelle Erkennung und Behandlung führt in der Regel zu zufriedenstellenden Ergebnissen und ermöglicht unserem Haustier ein langes Leben ohne Schmerzen.

 

Die Texte auf dem Blog sind keine medizinischen Ratschläge und ersetzen nicht den Besuch beim Tierarzt.

 

Dorota Joskowiak

Eine angemessene Prophylaxe verhindert die Entwicklung einer Hüftdysplasie.